Die Geschichte der Knolle

Ist die Kartoffel eigentlich eine heimische Pflanze? Wie kam die Kartoffel nach Europa? Wer brachte die Kartoffel nach Europa? Wem verdankt die Kartoffel ihren Siegeszug? Und warum ist die Kartoffel so essenziel für unsere Ernährung?

All dies sind Fragen, welche die meisten Genießer der Knolle nicht beantworten können.

 

Wir bringen nun ein bisschen Licht ins Dunkele.

 

In den Anden Südamerikas kultivierten die einheimischen Völker Kartoffeln in zahlreichen Sorten bereits seit Jahrhunderten. In den kargen Bergen war die papa die Hauptnahrung der Einheimischen. In Peru lässt sich die Kartoffel in bis zu viertausend Meter Höhe anbauen. Den Inkas war auch bekannt, dass in diesen Höhenlagen Kartoffeln virusfrei gehalten werden können.

Die Ureinwohner Südamerikas züchteten in ihrem riesigen Reich viele verschiedene Kartoffelsorten. Aus dieser Sortenvielfalt stammten auch die ersten Kartoffeln, die im 16. Jahrhundert von Südamerika auf dem Schiffsweg nach Europa gelangten. Ob es sich dabei um ein Schiff unter spanischer oder englischer Flagge handelte, ist bis heute ungewiss. Vielleicht haben wir Kolumbus die tolle Knolle zu verdanken. Es kann aber auch sein, dass der spanische Admiral Cieza de Léon oder der Freibeuter Sir Francis Drake die eigentlichen Kartoffelhelden Europas sind. Viel spannender als eine Antwort auf dieses Rätsel ist die Geschichte der Kartoffel, nachdem sie in Europa angekommen war.

 

Früher gab es in Deutschland und Europa oft Hungersnöte infolge von Missernten, Kriegen oder Ähnliches. Besonders in Ländern und Regionen mit schlechten Böden waren die Menschen durch Hungersnöte gefährdet. Überall dort konnte die Kartoffel viele Menschen satt machen, weil sie auch bei schlechten Böden und Witterungsverhältnissen einen großen Ernteertrag brachte. Deshalb begann man in Europa immer mehr, die Kartoffel auch zur Ernährung anzubauen.

 

Im 17. Jahrhundert kam die Kartoffel nach Deutschland. Um ihre Verbreitung hier hat sich besonders der Preußenkönig Friedrich der Große im 18. Jahrhundert verdient gemacht. Denn auch sein Land Preußen, besonders die Provinz Brandenburg, hatte vielfach schlechte Sandböden.

Die Bauern in Preußen wehrten sich anfangs allerdings gegen den Anbau der Kartoffel. Vermutlich probierten sie zunächst die aus den Blüten entstandenen, wie kleine grüne Tomaten aussehenden, ungenießbaren Früchte. Auch die Kartoffelknollen aus der Erde schmeckten ihnen ungekocht nicht. Sogar die Hunde wollten sie nicht fressen. Und eine Pflanze, die über der Erde (leicht) giftig war, sollte in der Erde ungiftig sein? Die Deutschen kennen bis heute das Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“

Deshalb erließ Friedrich der Große 1756 den „Kartoffelbefehl“: Jeder Bauer musste unter Androhung von Strafe Kartoffeln anbauen.

Der König soll sich, um den Anbau der Kartoffel zu fördern, auch einer List bedient haben. Er ließ Felder mit Kartoffeln von Soldaten bewachen. „Was bewacht wird, muss wertvoll sein“, sagten sich die Bauern. Als die Soldaten deshalb nachts so taten, als ob sie schliefen, stahlen sich die Bauern einige Kartoffeln aus dem Acker. Da merkten sie, dass die Knollen richtig zubereitet – das heißt gekocht – doch recht gut schmeckten.

 

Als im 19. Jahrhundert die Großstädte mit ihren Millionen Menschen entstanden, war die Kartoffel ein wichtiges Volksnahrungsmittel besonders für die ärmeren Menschen. Das sieht man auch auf manchen Gemälden der damaligen Zeit, z. B. auf dem Bild „Die Kartoffelesser“ von dem bekannten Maler V. van Gogh. „Jetzt musst du eine Zeitlang Kartoffeln essen“ bedeutete: „Jetzt musst du ganz sparsam leben.“

Die Kartoffel ist heute aus dem Speiseplan in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein Grundnahrungsmittel und Bestandteil vieler Speisen. Es gibt sie gekocht als Salz- oder Béchamelkartoffeln, im Backofen gebacken als Kartoffelauflauf oder Backkartoffeln, gebraten als Bratkartoffel, Rösti und Kartoffelpuffer, gerieben als Klöße oder Kartoffelpüfferchen, zerstampft als Kartoffelbrei, frittiert als Pommes Frites, Kroketten oder Chips und kalt als Kartoffelsalat. Regional gibt es weitere interessante Kartoffelgerichte.

Heute wird die Kartoffel in der ganzen Welt angebaut, besonders in der gemäßigten Klimazone, also auf der nördlichen Erdhalbkugel in Europa, Russland und Nordamerika – aber auch in Afrika und Asien ist sie als Gemüse bekannt.

 

 

Die Vorteile der Kartoffel.

 

 

Kartoffeln bieten viele Vorzüge, derer die meisten Leute sich nicht bewusst sind.

Hier seien einige von ihnen genannt:

 

Kaliumquelle

 

Kartoffeln beinhalten eine größere Menge an Kalium, als jedes andere Gemüse: 900 mg pro Portion. Sie können eine Kartoffel in Stellvertretung für eine Banane essen und können sich gleichzeitig darüber erfreuen, dass Sie den täglichen Bedarf an Kalium nicht über einen hohen Konsum an Nahrungsergänzungsmitteln abdecken müssen.

 

Minderung des Bluthochdruckrisikos

 

Das in den Kartoffeln enthaltene Kalium unterstützt den Körper dabei, die Elektrolyte im Gleichgewicht zu halten. Elektrolyte kann die Regulierung des Blutdrucks unterstützen. Kukoamine, eine Substanz, die ebenfalls in Kartoffeln gefunden wurde, trägt auch zu der Senkung des Blutdrucks bei.

Darüber hinaus ist Kalium für die Nervenfunktionen notwendig und elementar für Muskelkontraktionen – einschließlich des Herzmuskels.

 

Vitamin C

 

Wenn Kartoffeln in einer fettarmen oder vegetarischen Ernährung enthalten sind, birgt diese Ernährung eine reiche Quelle an Vitamin C, die dem Körper dabei hilft, Krankheiten abzuwehren und zusammen mit dem Vitamin B6 die Produktion von gesunden Zellen sichert.

Reichhaltig und schmackhaft

Kartoffeln sind für eine fettarme Ernährung ideal, weil sie sehr einfach zu kochen sind und auf viele verschiedene Arten zubereitet werden können. Kartoffeln füllen Ihren Magen schneller, so dass Sie weniger essen werden. Dadurch können Sie Ihren Kalorienverbrauch reduzieren.

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